Meditieren mit Baby – so klappt es!

Vor etwa drei Jahren habe ich mit Meditationen begonnen. Aber so richtig regelmäßig meditiere ich eigentlich erst, seit ich Mama bin. Ich glaube sogar, dass das der ideale Zeitpunkt ist, um damit zu beginnen. Denn:

  • mit Baby hat der Tag eine mehr oder weniger feste Struktur, in der es echte Ruhepausen für uns gibt
  • irgendwie haben wir als Mama noch stärker das Bedürfnis, auch mal was für uns zu tun
  • Papa freut sich abends über Solo-Zeit mit dem Baby

Inzwischen kann ich mir ein Leben ohne Meditation kaum noch vorstellen. Egal, was kommt und wie voll der Tag ist, ich versuche immer wenigstens ein paar Minuten der Stille für mich zu finden.

Meditieren mit Baby

Meditation ist wie Magie

Aber was ist es eigentlich, das diese Zeit so besonders für mich macht? Irgendwie ist Meditation ein bisschen wie Magie. Ihr Zauber wirkt, ohne dass ich genau verstehe, was da eigentlich passiert. Hier der Versuch, ein paar Funken einzufangen:

Mit mir selbst sein – jeden Tag habe ich ein kleines Date mit meinem inneren Ich

Entspannen – beim Meditieren finde ich eine ganz besondere innere Ruhe

Disziplin – die ist wirklich wichtig, denn einem Tag ohne Meditation folgt oft ein zweiter und dritter…

Interessiert mir selbst begegnen – was passiert eigentlich den ganzen Tag über in meinem Kopf und in meinem Körper?

Türen in meinem Inneren öffnen – nach und nach setze ich mich ganz automatisch mit meinen persönlichen Lebensthemen auseinander

Atmen und aufmerksam beobachten – so würde ich Meditation in einem Satz beschreiben

Tanz der Gefühle und Empfindungen – wir sind dabei nur Zuschauer, gar nicht so einfach!

Innenschau – ich lerne mich jeden Tag ein bisschen mehr und manchmal auch ganz neu kennen

Ohne Wertung – den inneren Kritik-Knopf ausschalten, das kann ich eigentlich gar nicht genug trainieren

Nebel verzieht sich – je länger ich meditiere, desto klarer sehe ich vieles

Natürlich ist es mit Baby nicht immer ganz einfach, Zeit zum Meditieren zu finden. Und wenn ich dann mal ein bisschen frei habe, lockt schnell das Handy mit Whatsapp, Internet & Co. Sobald ich dem Impuls nachgebe und mich in die virtuelle Welt ziehen lasse, habe ich auch erst mal das entspannte Gefühl, alles um mich herum zu vergessen.

Aber wenn ich das Handy wieder zur Seite lege, geht es mir nicht besser als vorher. Eher im Gegenteil. Und außerdem bin ich total unzufrieden, dass ich wieder so viel Zeit mit planlosem Hin-und-Her-Surfen verschwendet habe.

Meditieren mit Baby

So lernst du regelmäßig zu meditieren

Deshalb kann ich nur raten: Lass das Handy liegen und nimm dir ein bisschen Zeit, ganz exklusiv für dich. Damit das auch langfristig klappt, sind meiner Erfahrung nach die folgenden Punkte wichtig.

1. Finde eine feste Zeit für deine tägliche Meditation.

Am Anfang musst du vielleicht ein bisschen experimentieren oder dich anpassen, wenn sich der Rhythmus deines Kindes verändert. Zum Beispiel habe ich im ersten Lebensjahr unseres Baby Boys immer abends meditiert, während Papa auf den Kleinen aufgepasst hat. Als er älter wurde, hat er das aber nicht mehr akzeptiert, und wir wollten abends außerdem mehr gemeinsame Zeit als Familie haben. Deshalb habe ich das Meditieren im Moment auf die Mittagspause verlegt.

2. Lerne „Achtsames Atmen“.

Es gibt viele verschiedene Meditationsarten, aber das „Achtsame Atmen“ bildet die Grundlage (ein extra Post dazu folgt bald). Es ist quasi der „core skill“, zu dem wir immer wieder zurückkehren können. Und selbst wenn wir einmal kaum Zeit fürs Meditieren haben, fünf Minuten „Achtsames Atmen“ gehen eigentlich immer.

3. Suche dir gute Apps für deine Meditation

Ok ok, ich merke es selbst, lass das Handy doch nicht liegen. Es ist nämlich ein ausgezeichneter Meditationsassistent. Auch wenn du frei meditieren willst, ist eine App mit Klangschalen-Gong viel schöner und stimmungsvoller als ein einfacher Handy-Timer. Und du kannst Zwischen-Gongs einbauen, falls du ein besseres Gefühl für die Meditationsdauer haben möchtest oder nach einer bestimmten Zeit die Meditationsart wechseln willst.

Ich selbst nutze die App „MeditationTime“, die relativ simpel ist, für mich persönlich aber ausreicht. Es gibt aber natürlich auch viele andere Angebote, die mehr Funktionen bieten (z.B. die App „Breathe“).

4. Starte mit einem virtuellen Meditationstrainer

Selbst wenn du nur frei meditieren möchtest, würde ich erst einmal mit angeleiteten Meditationen beginnen. Sobald du ein bisschen Übung hast, wirst du wahrscheinlich irgendwann von selbst auch frei meditieren.

Für den englischsprachigen Bereich kann ich die Meditationen von Jack Kornfield und Tara Brach wärmstens empfehlen. Du findest einige davon im App Store bzw. bei SoundsTrue (Website + App-Ergänzung Link zur Website). Und zumindest das ein oder andere Buch mit CD-Anleitung (z.B. „Meditation für Anfänger“) ist auch in Deutsch erhältlich. 

5. Bleibe flexibel.

Als Mama ist kein Tag wie der andere und Zeit sowieso immer knapp. Auch wenn eine feste Zeit nach meiner Erfahrung wichtig ist, kann es sein, dass du an manchen Tagen improvisieren musst oder auch mal gar nicht zum Meditieren kommst.

Meditieren mit Baby

Diese Daumenregel hat mir bisher geholfen trotzdem dran zu bleiben: Versuche wenigstens fünf Minuten am Tag zu meditieren. Und wenn das wirklich einmal gar nicht klappt, pausiere maximal einen Tag.

Am Anfang fühlt sich Meditieren vielleicht ein bisschen komisch oder sogar anstrengend an, weil wir es nicht mehr gewohnt sind, einfach nur Zeit mit uns selbst zu verbringen. Aber: Wenn du dabei bleibst, wirst du bald gar nicht mehr auf diese High-Quality-Time mit dir selbst verzichten wollen!

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