Achtsames Zeitmanagement für Mamas

Leise schließe ich die Schlafzimmertür hinter mir. Unser Baby Boy schlummert selig in unserem Bett. Mittagsschlafzeit. Meine Pause. Am Anfang musste ich mich tatsächlich daran gewöhnen, immerhin hatte ich unseren Kleinen im ersten Jahr fast immer bei mir. Ohne Trage war tagsüber an Schlaf nicht zu denken.

Beim Gedanken an die vielen Stunden, die ich zu Fuß in Köln und diversen anderen Städten unterwegs war, muss ich lächeln. Ein schönes Jahr – aber das hier ist besser! Entspannt strecke ich meine Füße auf dem Sofa aus und trinke einen Schluck Milchkaffee. Da. Erklingt. Ein. Ohrenbetäubend. Lautes. Geräusch. Metallbohrer. Oder. So. Und. Da. Ein. Zweites. Ganz. Klar. Babygeschrei.

Ich rein ins Schlafzimmer. Baby nicht zu beruhigen. Wie auch. Da kann keiner schlafen, bei so einem Lärm. Mit weinendem Baby nach unten. Wütend die Handwerker mit weinendem Baby konfrontiert. Weinendes Baby zieht immer. Jetzt ist es wieder still im Haus. Aber unser Baby Boy schläft natürlich nicht mehr.

Zeit ist so kostbar geworden, seit ich Mama bin. Manchmal komme ich mir vor wie ein Jongleur, der versucht, unheimlich viele Bälle auf einmal in der Luft zu halten. An dem Tag, an dem mir die Handwerker meine Mittagspause gestohlen haben, war ich noch ziemlich ungeübt. Inzwischen ist einige Zeit vergangen und ich habe viel trainiert. Vielleicht bin ich noch kein Profi, aber ich habe einige hilfreiche DOs und DON’Ts für mich entdeckt, die ich gerne mit euch teile.

Das tut gut – die DOs:

1. Finde heraus, was DIR wirklich wichtig ist und reserviere Zeit dafür.

Lesen, Tanzen, mit einer Freundin ein Glas Wein trinken, Tagebuch schreiben, Yoga oder Fallschirmspringen (kein Witz, ich kenne da eine Mama!) – worauf möchtest du auf gar keinen Fall verzichten? Räume deinem Herzensthema – oder auch mehreren – einen festen Platz in deiner Wochenplanung ein.

2. Gönne dir Frei-Zeiten

Erlaube dir auch mal nichts zu tun. Frei zu sein. Zu träumen. In Ruhe eine Tasse Tee zu trinken oder ein Stück Kuchen zu essen. Ganz alleine. Unser Kopf braucht ab und zu Leere, um sich zu sortieren und auf ganz neue Ideen und Lösungen zu kommen. Das wird sich positiv auf deine anderen Aktivitäten auswirken, versprochen!

Und noch ein extra Tipp: Fange an, die Leer-Zeiten zu genießen – in der Schlange am Supermarkt, beim Stillen oder während du darauf wartest, dass dein Baby einschläft. Das kann richtig entspannend sein. Oder inspirierend – je nachdem, was gerade für dich ansteht.

3. Wenn es stressig wird: Slow down!

Mamas sind wahre Meister im Multi-Tasking. Du auch? Ja, es gibt täglich Situationen, in denen wir – zumindest gefühlt – alles auf einmal tun müssen. Die Spülmaschine ausräumen, unsere Kleinen Winterstraßen-tauglich machen und dabei schnell noch eine E-Mail von der Arbeit lesen.

Aber eigentlich gibt es das gar nicht, Multi-Tasking. Denn unser Gehirn kann sich nur auf eine bis maximal zwei Tätigkeiten gleichzeitig konzentrieren. Wir wechseln deshalb immer mit unserer Aufmerksamkeit zwischen verschiedenen Aufgaben hin und her. Die schlechte Nachricht ist: Dadurch sind wir unkonzentrierter und weniger effektiv.

Besser ist es deshalb, wenn wir uns immer nur auf eine Aufgabe konzentrieren und dafür mit dem ganzen Herzen bei der Sache sind. Studienergebnisse aus dem Bereich der Achtsamkeitsforschung legen sogar nahe, dass wir in stressigen Situationen effektiver sind, wenn wir es bewusst langsamer angehen lassen. Davon haben wir alle mehr – auch unsere Kinder.

Das geht besser – die DON‘Ts:

1. Quetsche möglichst viele Aufgaben in sehr wenig Zeit

Der Tag hat nicht mehr als 24 Stunden und die Woche nur 7 Tage. Wenn wir diese Zeit „überplanen“, frustriert das nur. Wir sind unzufrieden, weil wir nicht alles schaffen, was wir geplant haben und unsere Zeit „gefühlt“ noch knapper ist.

Besser: Weglassen, was nicht mehr in den Tag oder die Woche passt. Auch wenn wir dann nicht jeden zufriedenstellen können.

Die Achtsamkeitsforschung hat außerdem gezeigt, dass wir durch regelmäßiges Meditieren Zeit anders wahrnehmen. Weil wir lernen, mit unserem Fokus in der Gegenwart zu sein, erleben wir die vorübergehenden Minuten und Stunden bewusster. Gefühlt haben wir dadurch tatsächlich mehr Zeit.

2. Checke bei jeder Gelegenheit dein Handy

Einmal schnell zu Whatsapp und eine Nachricht beantworten, dann kurz ins Mail-Postfach geschaut, nichts, schade, ok dann weiter zu Facebook, Twitter & Co. Wenn wir es einmal in der Hand haben, legen wir es so schnell nicht wieder weg. Und spätestens seit unser Handy smart geworden ist, zählt es wirklich zu den Suchtmitteln.

Besser: Bewusst und achtsam mit unserem Handy umgehen. Am besten vorher kurz überlegen: Was möchte ich gerade damit tun und muss das jetzt wirklich sein? Und falls es sein muss, dann auch wirklich nur diese eine Sache erledigen.

3. Lass unangenehme Aufgaben einfach liegen

Wir hassen es und tun es trotzdem ständig: Prokrastinieren. Häufig sind Mini-Aufgaben oder ungeliebte Jobs davon betroffen, zum Beispiel den nächsten Impftermin vereinbaren oder die letzte Gehaltsabrechnung abheften. Wenn wir diese Dinge liegen lassen, fühlt sich das vielleicht kurz gut und erleichternd an. Den Rest der Zeit sitzen diese To-Dos aber wie ein kleines Stress-Teufelchen auf unserer Schulter und quälen uns – so lange bis wir sie endlich erledigt haben.

Besser: Alles, was nicht länger als 2 bis 5 Minuten dauert, sofort erledigen. Dann können wir es von unserer gedanklichen To-Do-Liste löschen. Bei Aufgaben, die nicht nur lästig, sondern auch unangenehm sind, hilft es zu überlegen, was genau uns Stress verursacht. Im nächsten Schritt können wir eine Strategie entwickeln und unsere Challenge annehmen!

Und noch ein Tipp für Notfälle:

Selbst beim besten Zeitmanagement kommt oft alles anders als gedacht – erst recht,wenn unsere Little Buddhas involviert sind. Es ist normal, dass wir gestresst reagieren, wenn unser Vorhaben ins Wanken gerät. Wenn wir das bewusst annehmen, können wir loslassen und das Beste aus dem Moment machen.

Das hat mir auch in der Situation mit den Handwerkern geholfen. Ich habe unseren Baby Boy in die Ring Sling gepackt, gemeinsam mit ihm Obst gekauft und leckeren Milchreis für uns gekocht. So hatten wir vor unserem nächsten Termin noch eine richtig schöne Mama-Baby-Zeit.

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