Mein Baby schläft nicht – Tipp 3: Gib dir selbst ein bisschen Liebe!

„Haha“, grinst mein Mann, „ich glaube, ich mache einen Film von dir und zeige ihn deinen Lesern.“ Es ist 19 Uhr abends, unser Baby Boy krabbelt zufrieden durch die Wohnung, in der einen Hand seine Lieblingssocke, mit der anderen rollt er einen Ball vor sich her. Ich liege langgestreckt auf dem Sofa. Und jammere gähnend: „Ich bin so müde, sooooo müde.“

Mein Baby schläft nicht - Tipp 3: Selbstliebe

Geben macht glücklich

Ja, ich gebe es zu. Auch wenn ich mittlerweile ganz gut mit unserer lebhaften Schlafsituation klar komme, es gibt immer wieder Nächte, die besonders hart sind. Zum Beispiel wenn der Kleine mal wieder zahnt. Mama sein ist eine wunderbare Aufgabe, aber manchmal auch ei­­­­ne sehr anstrengende. Genau wie im Arbeitsleben gibt es entspannte Phasen und dann wieder stressige Tage. Okay, meistens sind es Wochen. Gefühlt eher Monate.

Das beste Medikament für diese herausfordernden Zeiten ist für mich Selbstliebe. Immerhin schaffen wir es auch in den schwierigen Phasen, dass unsere Kleinen happy sind. Dafür dürfen wir uns ruhig ein bisschen Anerkennung schenken. Und uns daran erinnern: Auch Geben macht glücklich. Das ist wissenschaftlich erwiesen.

Geben macht glücklich. Das ist wissenschaftlich erwiesen.

In seinem Buch „Awakening Joy“ erklärt James Baraz, ein bekannter amerikanischer Meditationslehrer, wie wichtig es ist, dass wir uns während des Gebens bewusst machen wie gut sich das anfühlt. Tatsächlich, schon der Gedanke daran, dass ich meinem kleinen Sohn etwas schenke, wenn ich ihn nachts wieder beruhige und in den Schlaf zurückbegleite, ruft ein warmes Gefühl in meinem Bauch hervor.

Mein Baby schläft nicht - Tipp 3: Selbstliebe

Eine kleine Pause vom nächtlichen Stress

Aber wir können uns selbst nicht nur Anerkennung schenken, sondern auch Mitgefühl. Das geht am besten mit einer kleinen Übung, die von der Psychologin und Expertin für Selbstmitgefühl, Kristin Neff, entwickelt wurde. Immer wenn ich nachts im Stress hängen bleibe und auch durch „Achtsames Atmen“ nicht wieder zurück in den Schlaf finde, gehe ich die einzelnen Schritte dieser Übung durch.

„Self-Compassion Break“ – eine Übung für mehr Selbstmitgefühl

Übernehme gedanklich die Rolle eines guten Freundes und sage dir selbst:

1. „Ja, das ist gerade wirklich schwierig.“ (oder anstrengend oder was auch immer gerade für dich passt)

James Baraz empfiehlt außerdem, bei diesem ersten Schritt eine Hand auf die Herzgegend zu legen. Und ich finde, alleine diese Geste entspannt schon total.

2. „Situationen in denen es uns nicht so gut geht, gehören zum Leben dazu.“

Im Buddhismus spricht man von den 10.000 Freuden und 10.000 Sorgen, denen wir alle im Leben begegnen. Vielen Menschen geht es nämlich ganz ähnlich wie dir. Wenn ich an eine andere Mama denke, die gerade wach ist und sich um ihr Kind kümmert, fühle ich mich weniger alleine mit der Situation und kann sie besser annehmen.

3. „Möge ich mir selbst in dieser schwierigen Situation mit Liebe und Mitgefühl begegnen.“

Oder für alle, die das, wie ich, auf Englisch schöner finden: „May I hold my suffering with kindness and compassion.” (James Baraz, Awakening Joy)

Loving-Kindness

Dieser letzte Teil der Übung kommt aus der „Loving-Kindness Meditation“ (Metta-Meditation), bei der wir gute Wünsche für andere und uns selbst aussenden. Viele wissenschaftlich fundierte Studien haben gezeigt, dass die Loving-Kindness-Meditation einen großen Effekt auf unser psychisches und das körperliches Wohlbefinden hat – vor allem, wenn wir sie regelmäßig durchführen.

Nach einer solchen Pause bin ich entspannter und schlafe leichter wieder ein. Und wenn ich die Übung tagsüber mache, weiß ich oft ganz von selbst, was gerade das Beste für mich ist. Zum Beispiel einfach alles mal langsamer angehen lassen und mir selbst etwas Gutes tun.

Mein Baby schläft nicht - Tipp 3: Selbstliebe

Im Original findet ihr die Übung von Kristin Neff hier.

Und noch ein letzter Tipp zum Einschlafen

Ganz selten, wenn selbst Loslassen, Atmen und Selbstliebe nicht mehr helfen, denke ich einfach an einen Bericht, den ich kürzlich in einer bekannten Frauenzeitschrift gelesen habe. Darin ging es um einen Schlafroboter, der die Form eines Säuglings hat und der den Atemrhythmus eines Babys simuliert. Die Schlafqualität von Erwachsenen (ohne Baby) soll sich dadurch erheblich verbessern. Es funktioniert, so das Testergebnis. Wow. Das bekommen wir ganz umsonst. Von unseren kleinen lebendigen, Oxytocin-spendenden Einschlafhilfen.

Hier findet ihr die ersten beiden Folgen der Serie:

Tipp 1 – Annehmen und Loslassen

Tipp 2 – Achtsames Atmen

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