Autonomiephase: Kleiner Satz, große Wirkung!

„Mama weg!“

Mein Blick fällt auf den kleinen Jungen, der da am Seeufer sitzt. Und wandert weiter zu seiner Mama. Mitleid kommt in mir auf. Bestimmt nicht schön, so etwas zu hören.

Aber als mein eigener, kleiner Mini-Toddler lachend auf mich zukrabbelt, muss mein Herz wieder grinsen. Wie gut, dass dieser Satz noch weit weg von uns ist.

Das war letzten Sommer.

Und jetzt höre ich diese zwei kleinen Worte selbst immer öfter. Nicht schön, aber trotzdem wichtig. Das weiß ich nun. Denn dieses kleine Wesen ist mit seinen 2 Jahren immer noch so zauberhaft, dass mein Herz sich kaum freiwillig von ihm lösen kann.

Die Autonomiephase mit ihren kleinen und großen Untiefen hilft mir, meinen Baby Boy ein Stück loszulassen.

Damit er die ersten Schritte in sein eigenes Leben machen kann.

„Mama weg!“ Dieser Satz bedeutet: Ich brauche dich im Moment nicht, Mama. Oder: Ich möchte gerade Zeit mit jemand anderem verbringen – du störst!

Es macht mich traurig, wenn mein kleiner Junge das sagt. Immerhin waren wir während seiner ersten beiden Lebensjahre fast eine Einheit und so gut wie nie voneinander getrennt. Zwischen uns ist eine so tiefe Verbundenheit und Liebe entstanden, dass ich sie mir kaum noch wegdenken kann.

„Mama weg!“ Dieser Satz bedeutet aber auch: Mama, ich gebe dich wieder ein Stück frei. Du musst nicht mehr jede Minute für mich da sein.

Und während mein Baby Boy die ersten Schritte in sein eigenes Leben geht, mache ich die ersten Schritte zurück in meines.

Der Raum zwischen uns wird größer. Aber die Liebe bleibt.

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