Umzug mit Kind: Wir sind dann mal weg

Donnerstagnachmittag, in der Mitte von Deutschland. Verträumt verschlafen wacht ihr auf aus eurem Mittagsschlaf. Werdet von uns wachgepustet. Jetzt noch ein kleiner Mittagssnack. Bei einem von euch beiden heißt das „Schmausepause“. Dann geht es rein in die Sandalen, raus in die Sommerhitze, mit der Mama aufs Rad und quer durch den Kölner Asphaltdschungel.  Bis ihr aufeinandertrefft. Und euch gemeinsam in eurem Kinderleben verliert.

So kennt ihr es. So war es lange.

Doch nun wohnt ihr weit weg voneinander. Wir haben euch mitgenommen – raus aus der Großstadt, ab aufs Land. Zurück zur Familie. Den einen in den Norden, den anderen in den Süden.

Es trennen euch 739 Kilometer.

Ich war fest entschlossen, mit dir in den Norden zu reisen. Habe jede Route und jedes Verkehrsmittel in der Erwägung gezogen. Wieder und wieder. Bis ich es endlich verstanden habe: Auch wenn ihr beide im gleichen Land den gleichen Alltag lebt und fast täglich Videos von euch guckt – ihr lebt jetzt auf zwei verschiedenen Planeten. Unheimlich weit voneinander weg.

Natürlich bin ich sicher, dass ihr euch wieder sehen werdet. Eines Tages. In ein, zwei oder drei Jahren.

Das ist in Kinderjahren eine Ewigkeit.

Du weißt das längst. Bist vertrauensvoll mit in den Süden gekommen, hast erste Freundschaften geschlossen und dich mit Freude auf dein neues Leben eingelassen. Du hast schnell verstanden, dass du nun auf einem anderen Planeten lebst. Und losgelassen.

Bei mir hat es länger gedauert. Nun weiß ich es auch.

Und während ich dir deine Sandalen anziehe, dir ein Stück Brezn in die Hand gebe und dich in den Fahrradsitz setze, denke ich an die vielen schönen Stunden, die wir zu viert verbracht haben. Donnerstagnachmittags, in der Mitte von Deutschland. Tränen kitzeln meine Augenwinkel.

Ich setze mich aufs Rad und fahre mit dir los.

Ihr beiden, da oben im Norden, auf dem anderen Planeten – die hier sind für euch: #emmisammytag #füremmiundmeike

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